HundimSchnee

Die Kälte hört nicht auf

Geschrieben von Dr. Mathias Ehrlich am in Hunde, Krankheiten, Tagesgeschäft

Da der Winter aber auch gar nicht aufhören will, hier noch ein Beitrag der eigentlich an den Anfang des Winters gehört. Aber jeden Tag stapeln sich die Patienten mit Husten, Blasenentzündung und Erkältungen – also seid nett zu Euren Hunden!

NASSE KÄLTE – DÜNNES EIS

Aus Erfahrung wichtig!!

…der ausgedehnte Sonntagsspaziergang oder die auspowernde Tobe-Spielrunde mit Freunden birgt enorme Gesundheitsrisiken für Hunde. Wenn der Hund nach anstrengender Tätigkeit im kalten Auto sitzt oder sich im Zwinger selbst erwärmen muss, vor dem Supermarkt abwartet weil noch schnell eine Besorgung gemacht werden muss oder, oder, oder…besteht auch bei ihm die Gefahr sich gehörig zu unterkühlen. Nach anstrengenden Einsätzen ist der Hund erschöpft und sehnt sich nach Wärme. Wer ihm dies nicht gewährt, setzt die Gesundheit und möglicherweise sogar das Leben des Vierbeiners aufs Spiel. Denn anders als oft dahin gesagt, macht es eben nicht stärker, was nicht umbringt – sondern macht in erster Linie krank.
Als Säugetier bestzt der Hund ein körpereigenes Thermoregulationssystem. Ist es warm durchblutet seine Körperschale stärker und gibt Wärme an die Umgebung ab. Ist es kalt, fließt weniger Blut durch Muskulatur und Haut, um die Wärme im Körper zu konservieren. Unabhängig von der ihn umgebenden Temperatur hält der Hund so seinen normalen Wärmegrad bei ca. 38°C. Kann er seinen Körper nicht aus eigener Kraft warm halten, sind Erkrankungen oder Schäden vorprogrammiert. Auslöser sind meist kaltes Wetter, scharfer Wind, eisiges Wasser, das Trinken von unter 5°C kaltem Wasser oder die Kombination dieser Faktoren.
Bodenkälte kühlt den Hund von unten aus – insbesondere an weniger behaarten Stellen wi dem Bauch. Dadurch wird die dortige Immunabwehr gehemmt. Häufige Folge sind Erkältungen mit Fieber, Husten sowie Lungen und Blasenentzündungen. In Extremfällen – nach langem Baden oder nassem Liegen bei frostigen Temperaturen kann es zu Bewustlosigkeit, Herz-Kreislaufstillstand oder Erfrierungen kommen. Viele dieser Erkrankungen sind extrem schmezhaft und müssen behandelt werden. Wind beschleunigt zusätzlich das Auskühlen des Hundekörpers. Dabei sind größere Hund bei extremer Kälte im Vorteil. Relativ betrachtet besitzt ihr Körper gegenüber einem kleinen Hund eine geringere Oberfläche und kühlt daher langsamer aus als ein Kleiner. Sollte der Hund wirklich stark unterkühlt sein, vor allem auch durch Baden bei eisigen Temperaturen, so ist das Aufwärmen von innen nach außen besser als umgekehrt. Sollte nach einer starken Unterkühlung kein Tierarzt erreichbar sein der eine warme Infusion legen könnte, helfen auch warmes Trinken (Wasser beim eingießen in Napf ca. 40°C), ein warmes Wasserbad oder warme – nicht heiße – Kompressen mit erwärmten Hotpacks. Der Hund sollte wenn noch möglich bewegt und gerubbelt werden. Keinesfalls dürfen Sie den Hund nass ins kalte Auto sperren.
Sollte Ihr Hund badefreudig sein führen Sie vorsichtshalber ein Frottierhandtuch und ggfls. eine Rettungsdecke mit!!


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Dr. Mathias Ehrlich

Dr. Mathias Ehrlich, geboren 1969 in Dresden. Studium in Berlin bis 1996. Tierarzt in Dresden-Langebrück seit 1996. Promotion 2010 in Leipzig.

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