Eurasischer Luchs (lynx lynx)

Tag Geschafft

Geschrieben von Dr. Mathias Ehrlich am in Tagesgeschäft

Jeder Tag ist anders – und jeder hat seine schönen und schlechten Seiten. Heute habe ich das Tierarztdasein in allen Farben genossen. Der Besuch bei einer wunderschönen Burenziege mit Läusen, der kontrollierende Rundgang im Moritzburger Wildgehege, sowie der anschließende Hausbesuch bei fünf neugeborenen Welpen waren ein herrliches Erlebnis. Den größten Teil der Mittagspause verbrachte ich im Büro, gönnte mir aber auch, wie jeden Tag, einen ausgedehnten Gang mit meinem Hund. Doch die negativen Erlebnisse ließen am Nachmittag nicht lange auf sich warten. So musste, oder soll ich sagen „durfte“ ich, einen meiner ältesten Patienten mit einer fortschreitenden Erkankung der Wirbelsäule euthanasiern. Wenn auch schmerzlich, so war es doch ein würdevoller Abschied.

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Dr. Mathias Ehrlich

Dr. Mathias Ehrlich, geboren 1969 in Dresden. Studium in Berlin bis 1996. Tierarzt in Dresden-Langebrück seit 1996. Promotion 2010 in Leipzig.

Kommentare (2)

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    Doris Schöder

    |

    Hallo Herr Dr. Ehrlich,

    haben Sie eigentlich eine ungefähre Idee davon, was Hunde fühlen/denken/empfinden, wenn sie eingeschläfert werden? Ist es dann besser, dies in ihrer gewohnten Umgebung zu machen? Wie läuft so etwas überhaupt ab? Ich hoffe, mein Hund und ich kommen nie in diese Situation. Da man ja aber die Natur nicht ändern kann, würde ich meinem Hund einen schmerzlosen und überraschenden Sekundentod beim Spazierengehen und Stöckchen holen wünschen.

    Viele Grüße.

    Doris Schröder

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      Dr. Mathias Ehrlich

      |

      Liebe Frau Schröder, nein, wenn wir ehrlich sind haben wir keine Ahnung was Tiere im Moment der Euthanasie empfinden, fühlen oder denken. Oft verschiebe ich eine vom Tierhalter gewünschte Erlösung des Tieres, weil ich den Eindruck habe, dass der Zeitpunkt noch nicht gekommen ist. Ich denke am Ausdruck des Hundes, der Katze zu erkennen ob sich das Tier aufgegeben hat, unzumutbar leidet, unheilbar krank ist oder aber noch leben will. Wenn der aus menschlichem Ermessen „richtige“ Augenblick da ist, wird versucht es dem Tier so ruhig und angenehm wie möglich zu machen und dabei spielt es aus meiner Erfahrung keine Rolle ob das zu Hause oder in der Praxis geschieht. Die Tiere bekommen eine tiefe Vollnarkose, wie bei chirugischen Operationen. Da weiß ich aus Erfahrung dass man nichts merkt und sich an rein gar nichts erinnern kann. Anschließend wird die Narkose soweit vertieft bis es zum Atem- und Kreislaufstillstand kommt.
      Wer wann und wie sterben muss weiß zum Glück niemand vorher – einen plötzlichen und schnellen Tod (nur nicht zu früh) wünschen wir uns alle für uns und unsere Liebsten. Viele Grüße, Ihr Dr. Ehrlich

      Antworten

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