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Welttierschutztag

Geschrieben von Dr. Mathias Ehrlich am in Tagesgeschäft

Welttierschutztag am 04.Oktober

Liebe Tierhalter und Interessenten,

neben einer Vielzahl schöner, aufregender und erlebnisreicher Tage, welche ich wieder erlebt habe sind auch immer wieder die grauen Stunden an denen man denkt: Es geht nicht weiter. Heute war ein schöner Tag. Alle Patienten konnten mit einer behandelbaren Diagnose verabschiedet werden oder die Therapien konnten bei gesunden Patienten abgeschlossen werden. Ganz besonders glücklich macht mich unser kleiner Labradorwelpe, welchen ich schon letzte Woche Dienstag wegen eines Darmverschlusses operieren musste. Der kleine Kerl hatte einen schweren Infekt und dazu noch beim Spielen  zuviel Sand gefressen. Weil der kleine Darm so gereizt war hat er sich ineinander gestülpt, man nennt das, Invagination. Ein Teil vom Darm war bereits abgestorben und musste daraufhin entfernt werden. Nach einer Woche Bangen, ob er den schweren Eingriff überlebt , zwei Nachoperationen und stündlichem Füttern und pflegen hat er nun heute das erstemal selbständig gefressen. Ein Beispiel unter vielen. Da war noch der Dalmatiner mit dem gerissenen Kreuzband im Knie, welcher nun wiederlaufen kann, die Katze, welcher ein Auto über den Schwanz gefahren ist, der wir den Schwanz amputieren musste, die aber jetzt schmerzfrei ihre weiteren sechs Leben geniesen darf.

Wussten Sie übrigens, dass übermorgen am 04.Oktober – Welttierschutztag ist und in den Tierheimen Deutschlands, Europas und der Welt unzählige Hunde, Katzen und andere Tiere unter zum Teil unwürdigen Bedingungen auf ebenso eine Behandlung warten, die ihnen ein lebenswertes Dasein  beschert?

Am Mittwoch, den 17. Oktober 2012 befasst sich der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Bundestages in einer öffentlichen Anhörung mit Fragen zur Novellierung des Tierschutzgesetzes.

TASSO und der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) kritisieren an der geplanten Novellierung des Tierschutzgesetzes unter anderem die geplante neue Erlaubnispflicht für die Einfuhr, Verbringung oder Vermittlung von Tieren aus dem Ausland. In der Konsequenz würde der ethisch motivierte Auslandstierschutz dem gewerblichen Handel mit Tieren gleichgesetzt. Dagegen regt sich seit geraumer Zeit Widerstand seitens Tierschützer und Tierschutzorganisationen. Die Novellierung hätte fatale Folgen für alle Tierheime, Tierschutzorganisationen und Tierschutzvereine. „Kommt es zur Verabschiedung des Entwurfs, würde das eine Gleichstellung des seriösen Tierschutzes mit unseriösen Hundehändlern bedeuten.“ so Philip McCreight von TASSO.

In diesem Sinne wünsche ich morgen, am 3. Oktober, allen einen schönen Feiertag. Übrigens am 10. Oktober ist dann Welthundetag!!

Bis dahin, Ihr Dr. Mathias Ehrlich

 Foto: © Ljupco Smokovski – Fotolia.com

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Dr. Mathias Ehrlich

Dr. Mathias Ehrlich, geboren 1969 in Dresden. Studium in Berlin bis 1996. Tierarzt in Dresden-Langebrück seit 1996. Promotion 2010 in Leipzig.

Kommentare (5)

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    HAGEDISE

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    Mhm, falls mein Kommentar vorhin in dieser unserer virtuellen Welt verlorengegangen sein sollte, wage ich mich jetzt doch noch einmal vor. Sie schreiben „Graue Stunden, an (in) denen man denkt, es geht nicht weiter.“ Lieber Herr Doktor! Das überrascht! Sie haben einen der wundervollsten Berufe der Welt. Und Sie machen Ihre Sache gut, sehr gut sogar. Ich jedenfalls kenne eine Menge Menschen, die Sie dafür lieben, achten und bewundern… und die Ihnen unendlich dankbar sind. Es ist großartig, wenn man so helfen und heilen kann wie Sie…. Und Ihre Behandlungserfolge sprechen doch auch für sich. Woher also diese „grauen Stunden“ und ihr/Ihr „Nicht weiter“?!? Das macht ratlos…..
    Glückwunsch übrigens noch zu der gelungenen Labradorwelpen-OP! Und dem kleinen Kerlchen weiterhin eine gute Besserung….
    Ach ja, und – Danke für den Tip mit dem Welthundetag. Ich gehe jetzt gleich Plätzchen backen, für die Hunde meiner Freunde…..
    Herzlich
    H.

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      Dr. Mathias Ehrlich

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      Herzlichen Dank für die mehr als ausführlichen Zeilen und das überschwengliche Lob… Graue Stunden sind die, wenn auch bei mir mal was schief geht, ein Tier nicht gerettet werden kann und man sich die Vorwürfe macht irgendwas falsch gemacht zu haben, auch wenn man sich eigentlich seiner Sache ganz sicher war… Graue Stunden auch dann, wenn man ein überalles geliebtes Familienmitglied aus Gesundheits- oder Altersgründen euthanasieren muss und für Herrchen oder Frauchen die Welt untergeht und man als Tierarzt und Nichtpsychologe nur mit ungeschultem aber Menschenverstand der Situation gegenübersteht, aber trotzdem das Gefühl hat dem Menschen nicht helfen zu können. Ich seh mich nun mal nicht nur als Tierarzt, sondern mein Ziel ist es auch die Menschen im Tierhalter zu sehen und glücklich zu machen und nach bestem Wissen und Gewissen zu beraten und das in mich gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen.
      Herzlichst, Ihr Dr. Mathias Ehrlich.

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        HAGEDISE

        |

        Lieber Herr Doktor Ehrlich, mein in Sie gesetztes Vertrauen haben Sie noch nie enttäuscht!!! Und das, was Sie über Ihr Berufsethos schreiben, berührt und beeindruckt mich – zumal in dieser Offenheit – sehr. Ohnehin bin ich mir mittlerweilen vollkommen sicher, in Ihnen den Tierarzt meines Vertrauens gefunden zu haben. (Und das geht ja, glaube ich, ganz ganz vielen so.)
        Mein „Lob“ war im übrigen weder ausführlich noch überschwenglich, sondern schlicht angemessen… das dürfen Sie mir glauben.
        Was den Verlust des Liebsten, das schnelle Euthanasieren oder das lange langsame Abschiednehmen…. etc…. angeht, mhm, das ist ein eigenes Kapitel. Daran mag ich jetzt gar nicht denken. Zumal im Backofen die Hundeplätzchen schmoren….. und ich diese Schätzchen nicht vergessen darf. Wie ich meinen Schatz ja auch nicht vergessen kann. Nein, das ist eine andere Geschichte, wirklich. Und es geht einem wahrhaftig mehr als nur diese eine Welt unter…. Mhm, nach dem, was ich von Ihnen gelesen habe, wage ich jetzt doch noch einmal die Frage, was denn Sie dabei empfinden, wenn Sie euthanisieren?? Gar, wenn es sich womöglich um ein Familienmitglied handelt? Gibt/gab es denn in diesen grauen Stunden keine anderen therapeutischen Ansätze mehr? Waren/sind denn alle palliativmedizinischen Möglichkeiten stets voll ausgeschöpft???? Ich hoffe, ich trete Ihnen mit meiner vielleicht nun schon wieder etwas überbordenden Neugierde jetzt nicht zu nahe…. fürchte aber, daß dem so ist… oh jeh, meine Kekse! Muß los! Liebe Grüße! H.

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          Dr. Mathias Ehrlich

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          Liebe H., kein Kommentar kann auch nur irgendwie schädigend sein. Und wer hier nicht lesen oder schreiben will der lässt es bleiben. Manchmal dauern meine Antworten einfach etwas länger und ich werde mich hüten Beiträge unbeantwortet zu lassen – nur kann das eben ein paar Tage dauern. Ich bin dabei einen Artikel über Euthanasie zu schreiben, komme dabei aber vom Hundertsten ins Tausendste und kann mich einfach nicht kurz fassen…
          Gefühle, praktische Ausführung, Geschichte, verwendete Arzneimittel und alles will mit Bedacht gewählt und beschrieben werden für eine Tätigkeit die zur täglichen Arbeit gehört. Ich habe Ihre Kommentare wieder freigeschaltet, und würde mich sehr freuen wenn sie da bleiben könnten – sie haben um Gottes willen keinen Fehler gemacht, nur ich habe nicht richtig verstanden…
          Herzlichst, Ihr Dr. Mathias Ehrlich

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    HAGEDISE

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    Graue Stunden, an denen man denkt, es geht nicht weiter……??? Wie das?!?

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