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Tierpfleger/-in

Wir suchen ab sofort eine Tierpflegerin/ einen Tierpfleger in Vollzeit mit abgeschlossener Berufsausbildung als Tierpfleger für die Betreuung unserer Katzen und Hunde in der Tierpension.

Sie sollten körperlich topfit sein, da es sich um eine anstrengende Arbeit handelt. Sie müssen verantwortungsbewusst im Umgang mit Mensch und Tier, kommunikativ und gewissenhaft sein.

Absolute Tierliebe wie auch berufliche Erfahrung im Umgang mit Kleintieren (Hund, Katze) sowie der Umgang mit Computer, Internet und E-Mail-Programmen gehören zu den Grundvoraussetzungen.

Schicken Sie uns bitte Ihre aussagekräftige Bewerbung an bewerbung@tierarztpraxis-ehrlich.de

Weiter gehts…mit Interessantem vom Tierarzt!

Geschrieben von Dr. Mathias Ehrlich am in Hunde, Katzen, Tagesgeschäft

 

Sehr geehrte Leserschaft,

natürlich war mein letzter Beitrag auf dieser Seite kein rigoros kategorischer Imperativ, wie es in einem Kommentar so schön gesagt wurde. Auf gar keinen Fall möchte ich meine hoch geschätzte Leserschaft verabschieden, sondern Ihr weiterhin mit Rat, Tat und Lesestoff zur Verfügung stehen. Außerdem hat ja der letzte Artikel anscheinend eine ganze Menge Fragen aufgeworfen, welchen ich mich nach bestem Wissen und Gewissen stellen möchte.

Vielleicht vorweg gesagt: Tierärzte sind die einzigen Mediziner, welche in ihrer Ausbildung keinen Funken psychologischer Schulung mitbekommen. Wir sind Autodidakten und Gefühlsmenschen. Zumindest meine Person hört bei vielen Fragestellungen, die Tod und Sterben betreffen oder die Frage nach dem Gefühl der Tiere im Verlauf einer Krankheit, auf seine eigene innere Stimme.

Gibt es dabei überhaupt „Richtig“ und „Falsch“?? Rein philosophisch betrachtet gibt es keine absolute, objektive Wahrheit, wichtig ist die glaubhafte, beweisende, überzeugende Darstellung eines Sachverhaltes. Daraus, und nur daraus ergibt sich meine Überzeugung, dass unsere pelzigen Hausgenossen, geliebten Vierbeiner ein Vielfaches von dem mitbekommen, als das was wir nur erahnen können. 

Das betrifft sowohl unsere Gefühle und Gemütszustände, unseren Gesundheitsstatus als auch ihren eigenen Zustand. Denken wir doch nur an die vielen Hunde die zu Therapiezwecken von sich aus besonders auf kranke Menschen eingehen, zwar ausgebildet, aber doch allein handelnd. Oder die Katzen, welche sich auf unseren Bauch legen, wenn man als Mensch Beschwerden hat, oder die Hunde, die Menschen mit besonderen Krankheiten auch mal vorsorglich aus dem Weg gehen….

Natürlich spüren unser Tiere dann auch wenn wir uns Sorgen um sie machen und versuchen sich in dieser Situation besonders tapfer an unserer Seite zu halten, um sich selbst nichts anmerken zu lassen. Zu oft müssen wir in der Praxis bei der Verabreichung einer Narkose, eigentlich nur für Routineeingriffe – aber doch bewegend für Herrchen und Frauchen, den Besitzer nach Hause schicken, weil die Hunde im Beisein des Besitzers einfach nicht schlafen können, eben weil sie ihn entweder weiter bewachen oder eben tapfer sein wollen und ihrem geliebten Zweibeiner zur Seite stehen wollen, weil dieser so betroffen ist von der Situation.

Also Vormachen können wir einem Tier sicherlich nichts, in keiner Situation. Nur wir können die Gefühle der Tiere nicht so gut erkennen. Wir sagen vielleicht sie sind Künstler im Verstellen, aber es liegt wohl in der Natur der Sache und auch in der Überlebensstrategie von Wildtieren, Gefühle nur behutsam darzustellen, weil man damit auch oftmals verletzbare Stellen anzeigt. Ein Grund mehr warum wir Tiere in der Praxis oftmals erst vorgestellt bekommen wenn sie eigentlich unheilbar krank und leidend sind. Das ist der Punkt, den man erkennen muss, um dem Tier weiteres Leiden zu ersparen.

Tiere können mit dem Tod umgehen. Sie wissen wann es soweit ist. In der Natur ziehen sie sich zurück an Stätten wo niemand sie stört (z.B. Elefantenfriedhöfe). Diese Möglichkeit haben die Tiere nicht, wenn sie mit uns zusammenleben.

Also stellen Sie, liebe Leser und Tierfreunde, sich ab und zu mal die Frage: Was würde jetzt passieren, wenn mein Tier in freier Wildbahn leben würde? Gar nicht so leicht zu beantworten, oder? Also münzen wir das Geschehen auf den Menschen um und behandeln kleine und große Leiden bis es keine Verbesserung mehr geben wird und ein Zustand eintritt bei welchem unser Liebling allein nicht mehr überlebensfähig ist.

Wie groß das Leiden eines schwer kranken oder verletzten Tieres ist, weiß auch ich nicht sicher zu sagen, weil genau dieser Punkt auch noch sehr individuell ist. Es gibt Menschen, die können größten Schmerz bewusst verdrängen, Naturvölker, die Wissen wann sie sterben und sich entsprechend zurückziehen… Genauso empfinden wir Menschen das Leiden unserer Tiere verschieden, manche sehen es und wollen es trotzdem nicht wahrhaben andere empfinden ihr Tier als leidend, wollen es eingeschläfert haben, obwohl es durchaus sinnvolle Therapieoptionen gibt.

Letztendlich sind es doch wir Tierärzte, in dem Fall der Tierarzt IHRES Vertrauens mit welchem Sie sich beraten sollten, der mit Ihnen die Situation bespricht und Ihnen hilft den Zustand ihres Tieres richtig einzuschätzen. Auch für die weitere Verfahrensweise mit Ihrem verstorbenen Kameraden kann Ihnen Ihr Tierarzt weiterhelfen. Jede der schon im letzten Artikel beschriebenen Möglichkeiten hat ihre Berechtigung.

Nein liebe Leser,  Schulungen und Supervisionen für Tierärzte zum Thema Trauerbewältigung und psychologischer Betreuung von Tierhaltern in Problemsituationen sind mir leider nicht bekannt. Sie können aber darauf vertrauen, dass wir den Gesundheitsstatus Ihres Lieblings realistisch einschätzen können und uns in den allermeisten Fällen sicher sind, dass wir das Richtige tun.

Wie immer, herzlichst, Ihr Dr. Mathias Ehrlich

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Dr. Mathias Ehrlich

Dr. Mathias Ehrlich, geboren 1969 in Dresden. Studium in Berlin bis 1996. Tierarzt in Dresden-Langebrück seit 1996. Promotion 2010 in Leipzig.

Kommentare (8)

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    Josefine Falckenhain

    |

    Schöne graue Farbe hier, wirklich.

    Ich möchte mich mal mit der Frage an die Runde wenden, ob ein Tierarzt eigentlich auch verpflichtet ist zu prüfen, ob ein sein vermeintlich oder tatsächlich „eigenes“ Tier zum Zwecke der Euthanasie -naja, oder zumindest: mit solchen „Hintergedanken“- vorstellender „Tierhalter“ auch tatsächlich der „Besitzer“ des Tieres ist. Da ja wohl nur diesem ausgewiesenen „wahren Eigner“ (und auch dies wohl nur unter Vorbehalt) das „Recht“ auf solch ein Ansinnen, solch einen Antrag überhaupt zukommen sollte. Wenn überhaupt. Ja, wie geht das…. oder kann da etwa jeder kommen??? Könnte beispielsweise mein übelwollender Nachbar meine Katze erst anfüttern, dann in sein Gehäuse locken und sie schließlich, nachdem er sie womöglich noch mies gefüttert, übel behandelt, schäbigst malträtiert oder was-weiß-ich-nicht-was-noch-alles-da-in-seinem-kruden-Hirnkasterl-vorkommt….hat, hm, also – kann der dann dahergehen, sich den nächstbesten Veterinärmediziner seines eigenen Vertrauens heraussuchen und dort einfach so, mir nichts, Dir nichts, mein Kätzlein hinter meinem Rücken abmurksen lassen?!? Ohne meine Zustimmung??? Gibt’s da Vorschriften? Muß der Veterinär sowohl Tier als auch Halter über eine bestimmte -wenn ja, welche?- längere Zeitspanne hinweg kennen, wohl auch betreut haben, ehe er „berechtigt“ ist, dem Tierchen auf seinen letzten Gang zu verhelfen? Ja, gibt’s da was… an Anordnungen, an Einlassungen, an Handreichungen, zum Nachlesen??? Oder sind da am Ende nur die implantierten Chips das Mittel der Wahl, was Sicherheit in solchen Fragen angeht?

    Wenn ja, sollte man das vielleicht einmal thematisieren….

    findet
    Josefine Falckenhain.

    P.S. Was machte ich denn, wenn ich z.B. eine Katze hätte, mit der ich noch nie beim Tierarzt war…. und nun geht es ihr plötzlich so schlecht, daß der Veterinär die Einschläferung empfehlen muß. Wie weise ich denn dann meinen Besitz an dem Tierchen nach? Doch nicht etwa mit Fotos oder so?!? Oder wäre das dann vielleicht sogar zu empfehlen, für den Fall der Fälle… daß man sozusagen „beizeiten“ anfängt, richtig viele Bilderchen von sich und seinem Haustier zu machen…. mit Datumseinblendungen, noch dazu (früher legte man die aktuelle Tageszeitung gut sichtbar drunter)…. für eben jenen Fall der Fälle, daß es mal anders kommt…… (wie es ja leider nur zu oft der Fall ist)….

    Das gibt mir zu denken.

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      Dr. Mathias Ehrlich

      |

      Liebe Frau Falckenhain, ich werde dieses Thema in nächster Zeit mit Sicherheit thematisieren, weil es nach Befragung einzelner Tierhalter ausgesprochen interessant scheint. Danke für Ihren Kommentar.
      Herzlichst Ihr Dr.Ehrlich.

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    Andrea

    |

    Ich finde es immer schlimm, wenn man sagen muss, heute ist der Tag, wo das Tier sterben muss. Besser ist immer, wenn das Tierchen von alleine stirbt und einem die Entscheidung abgenommen wird. Auch wenn man sich sagt, ja das Tier leidet, ist es immer schwer, diese Entscheidung über Leben und Tod zu treffen. Auch mir blieb nichts anderes übrig, als eine solche Entscheidung zu fällen, da das Tier total vereitert war und nichts mehr geholfen hätte, es war ein Mäuslein.

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    Doris Schröder

    |

    Hallo Herr Dr. Ehrlich,

    ich bin mir nicht sicher, ob meine Frage bzgl. der Supervision und Unterstützung richtig angekommen ist.
    Was ich meinte, ist, wo Sie als Tierarzt, der eben auch viel mit Leid von Tier und Mensch zu tun hat, Ihre Unterstützung herbekommen. Denn gerade als mitfühlender Mensch, ist es ja sicher nicht so einfach, die schweren Momente einfach so wegzuschieben.

    In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Wochenende.

    Viele Grüße.

    Doris Schröder

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      Dr. Mathias Ehrlich

      |

      Liebe Frau Schröder,
      nein Beratung, Beistand, Supervision, psychologische Betreuung gibt es in keinster Weise. Die Kraft und die Entschlossenheit resultiert einzig und allein daraus, zu Wissen dass man dem Tier übermäßiges Leiden, Schmerzen und vielleicht einen langen Tod erspart. Außerdemv erkürzt man auch dem Frauchen oder Herrchen die quälende Pein seinem Liebling beim Sterben zuzusehen und nicht mehr helfen zu können.
      Auch Ihnen ein schönes Wochenende und liebe Grüße, Ihr Dr. Mathias Ehrlich.

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    HAGEDISE

    |

    P.S. Schön, DASS ES WEITER GEHT! Nur Ihre Blog-Uhr, die ist uns echt in allem voraus…. die träumt nämlich vom Sommer…. ob vom letzten oder vom nächsten, das bleibt die Frage.

    Fragen Sie sie doch mal…

    Herzlichst
    Ihre
    wie immer
    neugierige
    H.

    ***

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      Dr. Mathias Ehrlich

      |

      Liebe H.,
      sie, die Uhr, träumte vom nächsten Sommer, aber der Traum ist erstmal beendet, bis der nächste Sommer wirklich da ist.
      Ich hoffe dass das Kommentarfeld jetzt eine Dimension angenommen hat, welche der Entwicklung einer ausufernden Claustrophobie Einhalt gebietet. Herzlichst, wie immer, Ihr Dr. Mathias Ehrlich.

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    HAGEDISE

    |

    Ja…. nein… ich weiß nicht…..(schreibe auch gerade, oder besser: versuche es!, an meinem Beitrag…. ähm, es werden wohl, fürchte ich, mehrere….. tja….. 1001?!?…)…. Eines aber möchte ich, vielleicht, vorab einmal einwerfen in den sich auftuenden Diskurs…. Ich lebe nämlich in der Überzeugung, daß sich die Liebe eben nicht beschränken darf auf die „glücklichen Stunden“, sondern, daß sie gerade dann wichtig ist und gebraucht wird, wenn es schwierig, schlimm, gefährlich…. düster…. wird – dann, wenn der Schmerz überhand nimmt und das Leben entweder nicht mehr lebenswert erscheint oder aber unerträglich zu werden droht. Oder sonst etwas Bedrückendes sich vollzieht. Genau dann braucht es diese Kraft, und genau dann muß man den anderen halten und ihm beistehen, muß ihn beschützen und alles Üble von ihm abzuwehren suchen. Muß ihn in die Arme nehmen und ganz fest halten…. und, vielleicht, wenn man dann nicht mehr loslassen kann…. ist das ja auch verständlich. Ist es sonst ja auch.
    Abgesehen davon, gibt es auch in der Philosophie durchaus konzise Theorien zur Frage nach der „absoluten Wahrheit“… welche dann oft gleichgesetzt wird mit einer a-logischen (meint: vor der denkerischen „Logik“ existierenden, also allerersten) „übervernünftigen Weisheit“, die auch nicht des dia-logischen verstandesmäßigen Prüfens bedarf, sondern – der man einfach gehorchen muß. Plato hat das ja bereits in seinem „Daimonion“ thematisiert…. als etwas weit über unsere „menschliche Vernünftigkeit“ Hinausgreifendes…. das Gestalt in uns nimmt als „die innere Stimme“, das „innere Wissen“….. das „Gewissen“. Also etwas, dessen man sich „gewiß“ ist…. Und zugehörig ist diese Stimme für den über seinen Lehrer Sokrates schreibenden Plato (-aber nicht nur für ihn!-) eben jener „übervernünftigen Weisheit“, der man „ehrerbietig“ gehorchen muß, ohne nach Argumenten, Gründen, Begründungen etc. je zu fragen. Letztere können nicht wirklich gegeben werden. Nicht von uns (mehr oder minder stark ausgeprägten) „Vernunftwesen“. Denn „diese Stimme stimmt in Gründe ein, die nicht Gründe des Verstandes sind“. Und doch kann und muß wohl auch in dieser Hinsicht von „Weisheit“ gesprochen werden dürfen; „Weisheit des Herzens“, würde ich sagen. Die Griechen kannten dies als Weg – den des klassischen „Gnothi seauton“, über „Meden agan“ hin zu „E“…. auch dies nachzulesen bei Plato.
    Muß man jetzt aber nicht….. gibt ja schließlich auch diesen schönen Blog hier. Der höheren Weisheit sei Dank.

    Herzlichst
    Ihre
    H.

    ***

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